Preisträger

Torre Agbar, Barcelona, Spanien

Architekten: Ateliers Jean Nouvel, Paris, Frankreich, mit B720, Fermin Vasquez, Barcelona, Spanien
Bauherr: Layetana Developments, Barcelona, Spanien

Torre Agbar, Foto: Philippe Ruault

Der »Torre Agbar« erhält den Internationalen Hochhaus Preis 2006, da er auf mehreren Ebenen einen herausragenden Beitrag zur aktuellen Hochhausdebatte bietet. Er ist das Symbol für die Entwicklung eines neuen Stadtviertels in Barcelona. Seine expressive Gestalt, eine Form, die scheinbar aus dem Erdboden aufsteigt, markiert die pulsierende Dynamik einer städtebaulichen Revitalisierung. Die architektonische Form ist auf eine elementare Geste reduziert, gleichzeitig aber geometrisch komplex. Eine mehrschichtige Gebäudehülle führt zu seiner vielfältigen und spannungsreichen Erscheinung. Im Gegensatz zu üblichen Hochhäusern mit ihren gläsernen Vorhangfassaden reagiert die Gebäudehülle des Torre Agbar auf das heiße, spanische Klima. Der Schaft des Gebäudes besteht aus einer Betonaußenwand, die scheinbar regellos von einzelnen Fensteröffnungen durchbrochen wird. Auf diese Weise bietet die massive Betonwand nicht nur Stabilität für den Turm, sondern gleichzeitig einen Hitzeschutz. Eine weitere, außen liegende Schicht aus beweglichen Glaslamellen bildet eine thermische Pufferzone für die dahinter liegende, massive Betonhülle. So wird durch einfache, intelligente Maßnahmen ohne hohen technischen Aufwand energiebewusstes Bauen demonstriert. Im Inneren des Gebäudes entstehen durch die außermittige Anordnung des Kerns große zusammenhängende Räume, die eine Atmosphäre von Offenheit und Gemeinschaftsgefühl erzeugen. Bei Nacht erstrahlt die Gebäudehülle in farbigem Licht. Die flimmernden Schatten der verschiedenen Schichten schaffen eine Aura mit der Anmutung einer farbigen Wolke, die das Gebäude in ein »sfumato« hüllt, einen Nebel aus Licht, der dieses magische Bauwerk gleichzeitig geheimnisvoll und aufregend erscheinen lässt.

Torre Agbar, Foto: Philippe Ruault
Torre Agbar, Foto: Philippe Ruault
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